„Children’s Songs“

Als ich meine aktuellen Bilder fertigte, wobei ich auf Zeichnungen meiner Schüler*innen zurückgreifen durfte, mußte ich immer wieder an den Jazzpianisten Chick Corea und seine „Children’s Songs“ denken. „Children’s Songs“ ist der Titel seines Albums, das im Jahr 1984 veröffentlicht wurde. Die darauf enthaltenen Kinderlieder bestehen hauptsächlich aus kurzen Liedern mit einfachen Themen. Es gibt (laut Wikipedia) wenig Entwicklung in den Stücken, die jedoch eine Vielzahl von Melodien und Stimmungen einfangen.

Das alles sei jetzt einfach einmal so dahin gestellt. Meinen Schüler*innen verdanke ich jedenfalls mehr, als ich es hier in Worte fassen kann. Sie zeigen mir auf, woher ich einst kam… und (evtl.?) wieder hinfinden möchte.

Für das hier gezeigte Bild darf ich mich u.a. bei Elmedina bedanken.

Nicht immer schön

Fakt ist und bleibt: das ist alles nicht immer schön, was ich so tagtäglich zu Papier bringe. Es verstört, stellt Fragen, läßt einen allein zurück. Aber so soll es sein…

Am Ende sage ich mir jedoch: auch meine Abgründe sind allesamt „made with real silver“.

Mein Kunstspiel

Die Wirklichkeit, so erklären die Philosophen es uns, ist ein Fluss. Alles verändert sich. Ständig. In jedem Augenblick, in jeder Sekunde. „Ja, ja, das kennen wir schon“, räuspert man sich auf der nächstbesten Party, lehnt dabei lässig am Kamin. Auch das es in Wirklichkeit keinen einzigen Augenblick gibt, in dem sich diese ominöse Wirklichkeit einmal offenbare. „Es gibt kein Jetzt“, erklärt man mir süffisant lächelnd. Es gäbe nur ein Ganzes, was sich aus ständig wechselnden Gegensätzen zusammen setzt und das wir „Leben“ nennen. Ich verstehe: Leben ist nicht gleich Wirklichkeit. Und um „Zeit tot zu schlagen“ kann ich in meinem Leben zu einem Sprachspiel greifen. Laut Ludwig Wittgenstein ist dies ein arrangiertes, künstliches Spiel, das mit einer Menge von Ausdrücken gespielt wird. Wie z.B. Form, Komposition oder verschwärzet. Es handelt sich demnach um ein Kunstspiel, ein Spiel, dass keine wirkliche Funktion hat. O, dieses Spiel liebe ich…

Souveräne Unsicherheit

Die Unsicherheit, unter der alle Künstler leiden, sie löst sich niemals auf. Es hilft auch nichts diese Unsicherheit bekämpfen zu wollen, indem man schreibt, musiziert oder malt. Also… was bleibt zu tun?

„Man kann verzweifelt sein und trotzdem poetisch“, schreibt Ferdinand von Schirach.

Mein Ghostlight bleibt eingeschaltet, selbst wenn die Hoffnung schwindet und die Welt droht vollständig dunkel zu werden.

Domestizierung der Zeit

Was sehe ich, wenn ich meine Zeit(en) betrachte? Was, wenn ich durch einen Spalt in der Zeit hindurchlinse? Sehe ich dann eine dunkle Seite oder helles Licht?

All meine Zeiten, so denke ich, haben einen heimlichen Hang zur Domestizination. Ihre eigentliche Wildformen ergeben, vielleicht gerade durch meine Bilder, für mich einen ganz neuen Nutzen. Zeit wurde seit ihrem Anbeginn zu einem domestizierten Gefährten des Menschen, ohne sich selber groß zu verändern…

Sie veränderte vielmehr uns. Dieses Spiel möchte ich gerne umkehren, ich verändere meine Zeit. Ich stelle sie neu zusammen…